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Der Meniskus

Ansicht von Außenmeniskus (LM) und Innenmeniskus (MM) von oben.
Bild1: Ansicht von Außenmeniskus (LM) und Innenmeniskus (MM) von oben.

Innen- und der Außenmeniskus übernehmen die Stoßdämpferfunktion im Kniegelenk. Dabei handelt es sich um halbmond- oder sichelförmige Strukturen die zwischen Ober- und Unterschenkel gelegen sind. Der Meniskus besteht (ähnlich wie die Bandscheiben der Wirbelsäule) aus Faserknorpel, einer gummiähnlichen Substanz und hat neben seiner Stossdämpferfunktion die Aufgabe die Bewegungen des Kniegelenkes zu führen und das Gelenk additiv zu den Bandstrukturen zu stabilisieren.

Es gibt auch unterschiedlichste Rissformen (wie Lappenrisse, Radiärrisse, Korbhenkelrisse etc.)
Bild2: Es gibt auch unterschiedlichste Rissformen (wie Lappenrisse, Radiärrisse, Korbhenkelrisse etc.)

Auch bei den Menisken kann man akute Verletzungen (meist handelt es sich um Sportverletzungen wie Schifahren, Fußball etc., doch kann eine Meniskusverletzung auch durch das massive Drehen beim Aufstehen aus der Hocke entstehen), von degenerativen, also "verschleißbedingten" Schäden unterscheiden. Verletzungen des Innenmeniskus sind wesentlich häufiger als Verletzungen des Außenmeniskus, da der Innenmeniskus mit dem Seitenband fest verwachsen ist.

Einriss des Meniskus
Bild3: Einriss des Meniskus
Bild4: Der Meniskus ist nur in seinem Ansatzbereich an der Gelenkskapsel (Zone I oder rote Zone) gut durchblutet. und kann in diesem Bereich auch gut heilen.
Bild4: Der Meniskus ist nur in seinem Ansatzbereich an der Gelenkskapsel (Zone I oder rote Zone) gut durchblutet. und kann in diesem Bereich auch gut heilen.
Bild5: Das große Bild zeigt einen kaputten ausgefaserten Meniskus, das kleine Bild rechts oben den Zustand nach Entfernung des kaputten Meniskusanteiles und Meniskusglättung.
Bild5: Das große Bild zeigt einen kaputten ausgefaserten Meniskus, das kleine Bild rechts oben den Zustand nach Entfernung des kaputten Meniskusanteiles und Meniskusglättung.
Bild6: Meniskusnaht
Bild6: Meniskusnaht
Bild6: Anfrischen der Meniskusränder vor der Meniskusnaht
Bild6: Anfrischen der Meniskusränder vor der Meniskusnaht

Bei festgestelltem Meniskusschaden spricht man sich sehr früh für die Operation (Kniegelenksarthroskopie) aus - auch dann, wenn keine oder nur geringe Schmerzen bestehen, da durch den kaputten Meniskus ein ständiges Reiben am Knorpel besteht. Dadurch kann es sehr rasch zu Knorpelschäden kommen.

Dieser Reiz hört auch selten auf, da der Meniskus kaum durchblutet ist und kaum von selber heilt.

Eine gute Heilungstendenz besteht nur in der roten Zone (Bild4). Die Durchblutung und damit Heilungstendenz nimmt nach innen, bis zur Zone III ständig ab.

Diese ständigen Reibebewegungen des kaputten Meniskus bei nicht-behandelten Meniskusverletzungen führen zu wiederkehrenden Schmerzen bei Belastung, Einklemmungserscheinungen, Schwellungen des Kniegelenkes und zu sekundären Schäden an den Knorpelflächen und damit zur frühzeitigen Arthrose.

Gelegentlich bilden sich Zysten an der Meniskusbasis aus, es entsteht ein sogenanntes Ganglion (oder Meniskusganglion). Ein Ganglion ist mit einer meist geleeartigen Flüssigkeit gefüllt. Im Großteil der Fälle besteht gleichzeitig ein Meniskusriss, der unbedingt behandelt werden muss. Die alleinige Entfernung des Ganglions ohne Behebung der Ursache bringt meistens gar nichts.

Bei der Kniegelenksarthroskopie wird nur der kaputte Meniskusanteil entfernt und der Meniskus sorgfältig geglättet.

Die Erhaltung des Meniskus kann versucht werden, um das Arthroserisiko, das nach der Meniskusteilentfernung besteht, zu minimieren. Die Meniskusnaht wird nur in seltenen Fällen vor allem in der Zone I (s. Bild 4) durchgeführt.

Der Vorteil der Meniskusrefixation besteht darin, dass die erhöhte Arthrosegefahr, die nach der Teilentfernung eines Meniskus besteht, minimiert werden kann. Der Nachteil der Meniskusrefixation besteht darin, dass die Patienten das operierte Bein bis zu sechs Wochen lang nicht belasten dürfen - und dann immer noch eine relativ hohe Gefahr für einen neuerlichen Riss besteht. Ideale Heilungsbedingungen liegen nur dann vor wenn die Meniskusrefixation in der Zone I erfolgen konnte (s. Bild 4).

Nachbehandlung

Nach einer Meniskusoperation (Teilentfernung des kaputten Meniskus) ist die Belastung des Beines sofort möglich, soweit es die Schmerzen des Patienten erlauben. Stützkrücken werden meist nur für wenige Tage benötigt. Nach zwei Wochen ist Rad fahren bzw. Ergometer-Training erlaubt, nach vier Wochen Laufsport, nach sechs Wochen auch Ball- und Schisport. 
Nach einer Meniskusnaht bzw. Menikusrefixation ist die entlastende Mobilisierung mit Stützkrücken für vier Wochen erforderlich, gefolgt von zwei Wochen in denen mit halbem Körpergewicht belastet werden darf, wobei die Meniskusnaht nur bei Meniskusrissen Sinn macht, die beim jugendlichen Sportler in einer gut durchbluteten Zone auftreten (diese Indikation ist eher selten gegeben).

Bitte beachten Sie, dass sich medizinische Indikationen und Therapien ständig ändern. Teilweise erfolgen diese Veränderungen rascher, als ich zeitlich imstande bin, meine Homepage zu aktualisieren. Manche Informationen zu Dosierung, Verabreichung und Zusammensetzungen von Medikamenten können sich inzwischen geändert haben. Das Lesen einer Internetseite kann den Besuch beim Arzt nicht ersetzen - es kann sein, dass Ihnen bei einer Untersuchung und anschliessenden Besprechung durch Ihren Arzt auch andere Informationen durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse mitgeteilt werden.