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Massive Arthrose des Kniegelenks / Knieprothese

Besteht eine massive Arthrose des Kniegelenks (häufig durch frühere Verletzungen und Gelenksabnutzung hervorgerufen) – und sind minimal-invasive Operationsmethoden (z.B. Knie-Arthroskopie) und Medikamente nicht mehr wirksam, dann ist die Implantation einer Knieprothese sinnvoll (= Kniegelenksersatz). Während dabei früher große Knochenteile entfernt wurden, versucht man jetzt, nur noch den kaputten Knorpel zu resezieren und einen künstlichen Oberflächenersatz zu schaffen.



Um ein optimales Ergebnis für meine Patienten zu erzielen, wird von mir eine völlig neue Methode eingesetzt: das „Visionaire“ Knie. Dabei werden von allen Patienten ein MRI und spezielle Roentgen-Bilder angefertigt und die Daten in die USA geschickt. Dort wird anhand der Daten ein individueller und einzigartiger Schnittblock hergestellt, so dass jeder Patient eine individualisierte Prothese erhält (dies entspricht einer präoperativen Navigation und Maßanpassung der Knieprothese). Studien haben gezeigt, dass diese Methode sicherer und wesentlich genauer ist, als herkömmliche Operationsmethoden (inkl. der aufwändigen intraoperativen Navigation).


Aufgrund des grossen Erfolges werden in den USA bereits monatlich 1400 dieser Prothesen eingesetzt. Dabei hat sich gezeigt, dass die Operationszeit wesentlich kürzer ist (es werden ca 20 Operationsschritte eingespart), wodurch sich wiederum die Gefahr einer Infektion und das Anästhesierisiko deutlich verringern – auch der Blutverlust ist geringer als bei den herkömmlichen Operationsmethoden. Ausserdem kann mit dieser Methode minimal invasiver operiert werden, wodurch weniger Muskulatur und Weichteile geschädigt werden und damit die Rehabilitationszeit verkürzt wird. Ich habe selbst die erste dieser Prothesen in Österreich eingesetzt und bin begeistert von der Methode und den Ergebnissen bei meinen Patienten.

Kann eine Knieprothese 30 Jahre halten?



Während viele wissenschaftlichen Studien davon ausgehen, dass eine Knieprothese eine Lebensdauer von ca. 10-15 Jahren hat – haben neuere Modelle sicher schon eine Lebenserwartung von 15-20 Jahren – das bedeutet aber, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass nach dieser Zeit eine neue Prothese – und damit eine neuerliche Operation fällig ist. Öfter als zwei oder dreimal ist dies nicht durchführbar. Daher wird in vielen Krankenhäusern Patienten unter 60 Jahren empfohlen, mit der Knieprothese zu warten und besser mit Schmerzen zu leben, als sich zu früh eine Knieprothese machen zu lassen.


Smith&Nephew hat nun eine Knieprothese entwickelt, die aus zwei Komponenten besteht und eine Lebensdauer von 30 Jahren hat: dem Oxinium Knie mit einem Spezial-Polyäthylen-Inlay (dies dient als Stossdämpfer, zwischen den Metallanteilen der Knieprothese)
Oxinium ist eine extrem leichte und hypoallergene Speziallegierung, die in einem patentierten Spezialverfahren so erhitzt wird, dass die Oberfläche in Keramik verwandelt wird. Diese Prothese bietet daher alle Vorteile von Metall und Keramik -  sie ist härter, glätter und resistenter als Metall und ist gegen Abnutzung 4900mal resistenter als vergleiche Implantate aus Chrom-Nickel-Legierungen. Studien haben gezeigt, dass diese Knieprothesen 45Millionen Belastungszyklen (dies entspricht 30 Jahren Gehbelastung), problemlos überstehen können und deren Abnutzung dabei 98% geringer ist als vergleichbare Implantate. In den USA wurden bereits 200.000 dieser Prothesen mit sehr guten Ergebnissen eingesetzt.

Bitte beachten Sie, dass sich medizinische Indikationen und Therapien ständig ändern. Teilweise erfolgen diese Veränderungen rascher, als ich zeitlich imstande bin, meine Homepage zu aktualisieren. Manche Informationen zu Dosierung, Verabreichung und Zusammensetzungen von Medikamenten können sich inzwischen geändert haben. Das Lesen einer Internetseite kann den Besuch beim Arzt nicht ersetzen - es kann sein, dass Ihnen bei einer Untersuchung und anschliessenden Besprechung durch Ihren Arzt auch andere Informationen durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse mitgeteilt werden.