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Gelenksflächen der Oberschenkelrollen

Hier finden sich die Knorpelschäden vor allem an der Innenseite des Gelenkes. Je nach Größe des Schadens kommen unterschiedliche Therapiemethoden zur Anwendung:

Microfractures:

Dabei wird der Knochen mit einer Art Ahle angebohrt. Die Idee ist dieselbe wie bei den Pridiebohrungen: man versucht den sklerosierten Knochen zu durchbrechen und das Einsprossen von Blutgefässen zu erzielen. Durch das Einwandern von mesenchymalen Stammzellen kommt es zur Bildung von Ersatzknorpel. Die Erfolgsquote bei den Microfractures ist sehr gut und wird in der Literatur mit bis zu 80% angegeben.

Der Vorteil gegenüber den Pridiebohrungen liegt darin, dass im Gegensatz zu den Pridiebohrungen (bei denen durch die rasche Drehzahl des Bohrers doch recht beachtliche Hitze entstehen kann, wodurch es zu Verbrennungen des Knochens und der Gefäße kommt) bei den Microfractures der Knochen mit einer Art Ahle eröffnet wird. Dabei entstehen keine Hitzschäden.

Microfractures
Microfractures

Auf diesem intraoperativen Bild einer Arthroskopie erkennt man sehr schön die Löcher, die bei den Microfractures hinterlassen werden.
Meine Ergebnisse mit den Microfractures sind ausgesprochen gut. Meist ist schon nach wenigen Monaten der Knorpelschaden nicht mehr erkennbar. Bei kleineren Knorpeldefekten gebe ich daher dieser Methode den Vorzug gegenüber einer Knorpelzelltransplantation (die wesentlich aufwändiger ist).


Mosaikplastik
Mosaikplastik

Mosaikplastik

Mit dieser Methode können kleinere Knorpeldefekte in den Belastungszonen des Kniegelenkes gedeckt werden. Dabei wird Knorpel von Stellen des Kniegelenkes entnommen an denen er nicht gebraucht wird (außerhalb der Belastungszonen). Allerdings entstehen bei dieser Methode kleine Löcher (Hebedefekte), die unter Umständen Schmerzen machen können. Die entnommenen Knorpelzylinder werden dann in den Knorpeldefekt eingesetzt und können dort einheilen.
Die Mosaikplastik ist eine sehr gute Methode beim Morbus Ahlbäck (=aseptische Knochennekrose).

Knorpeltransplantat
Knorpeltransplantat

Knorpeltransplantat

Größere Defekte werden mit Knorpeltransplantaten gedeckt. Dazu muss Knorpel in einer ersten Operation entnommen werden. Dieser Knorpel wird dann außerhalb des Körpers kultiviert und vermehrt. Ungefähr sechs Wochen nach der ersten Operation kann dann der neugezüchtete Knorpel als Transplantat eingesetzt werden.

Bitte beachten Sie, dass sich medizinische Indikationen und Therapien ständig ändern. Teilweise erfolgen diese Veränderungen rascher, als ich zeitlich imstande bin, meine Homepage zu aktualisieren. Manche Informationen zu Dosierung, Verabreichung und Zusammensetzungen von Medikamenten können sich inzwischen geändert haben. Das Lesen einer Internetseite kann den Besuch beim Arzt nicht ersetzen - es kann sein, dass Ihnen bei einer Untersuchung und anschliessenden Besprechung durch Ihren Arzt auch andere Informationen durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse mitgeteilt werden.